© Dieter Schütz / pixelio.de

Kritik üben will gelernt sein – Wie funktioniert konstruktive Kritik?

Berufsbedingt habe ich mich kürzlich mit dem Thema „Konstruktive Kritik“ beschäftigt. Wie passend war es, als ich dann in einem Schuhgeschäft erleben konnte, wie eine Chefin ihre Auszubildende kritisierte. Und eben nicht auf konstruktive, sondern auf destruktive Weise. „Das geht so nicht, so sieht das überhaupt nicht sommerlich aus. Das musst Du noch mal neu machen“, waren die Worte der Chefin. Ziemlich deprimierend habe ich mir gedacht und so wirklich weiß die Auszubildende anhand dieser Worte auch nicht, wie sie es besser machen soll. Sommerlich? Das ist ziemlich subjektiv. Für den einen sind diese Schuhe sommerlich und für den anderen, eben jene.

Positiv beginnen

Wie hätte das Gespräch auf konstruktive Weise aussehen können? Also, wie hätte die Chefin konstruktiv Kritik üben können? Auch wenn die Arbeit der Auszubildenden nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat, hätte sie ihre Arbeit, ihre Mühe und die Zeit, die sie investiert hat, anerkennen können. Mit positivem Feedback zu beginnen, schafft von vornherein schon mal eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Der Gesprächspartner fühlt sich anerkannt, respektiert und kann sich entspannen. Nachdem die Chefin Punkte erwähnt hätte, die ihr gefallen haben, hätte sie anschließend erwähnen können, was noch zu verbessern gewesen wäre. Dabei ist es entscheidend hilfreiche Kommentare abzugeben. Mit einem Kommentar, wie „das ist blöd, was Sie da gemacht haben, das gefällt mir nicht“ lässt sich nicht viel anfangen. Also der Adressat weiß dadurch überhaupt nicht, was er besser machen kann oder woran er arbeiten kann.

Motivieren durch Worte

Destruktives Feedback ist wertlos, hinterlässt ein negatives Gefühl, schlechte Laune, der Adressat fühlt sich heruntergemacht und hat Minderwertigkeitsgefühle. Konstruktives Feedback gibt positive und motivierende Handlungsempfehlungen. Dabei steht die Frage „Was könnte derjenige machen, um noch besser zu werden?“ im Vordergrund. Also, anstatt: „Das sieht alles überhaupt nicht sommerlich aus“, hätte es heißen können: „Sie hätten die Sandalen mehr in den Vordergrund stellen können“. Das Signal von der Chefin helfen zu wollen, hätte die Situation zusätzlich entspannt. So hatte die Auszubildende nur den Eindruck, schlechte Arbeit geleistet zu haben. Konstruktives Feedback ermöglicht Wachstum, regt an, sodass es Spaß macht, sich zu verbessern.

Bildquelle: © Dieter Schütz  / pixelio.de

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