© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Über die Gründe eine Mediationsausbildung zu machen

Mediationsausbildungen gibt es mittlerweile viele. All diese Ausbildungen müssen auch gewisse Formalitäten erfüllen: bestimmte Inhalte müssen behandelt werden und eine gewisse Stundenzahl muss erreicht sein. Von der Qualität her sind also nicht alle Mediationsusbildungen gleich. Es gibt solche und solche. Ausbilden lassen zum Mediator kann man sich im Fernstudium, in einem Intensivkurs zwei Wochen lang oder während einer Ausbildung, die über ein ganzes Jahr geht. Menschen sind unterschiedlich und so hat jeder seine eigenen Gründe, sich für eine bestimmte Form der Ausbildung zu entscheiden.

Mediation im Crashkurs

Über den Sinn und Unsinn einer Mediationsausbildung in einem Fernstudium oder in zwei Wochen lässt sich streiten. Für mich erschließt sich der Nutzen daraus nicht. Ja, klar es gibt dafür rationale Gründe, wie:

  • Die Ausbildung ist kompakt
  • Erfolgt in kurzer Zeit, spart also Zeit
  • Man kann danach schneller beruflich durchstarten

Für mich sind diese Überlegungen zu kurz gedacht. Mediation bedeutet nicht einfach nur Wissen zu pauken, sondern eine Haltung zu entwickeln. Und die entsteht nicht über Nacht. In einer Mediation ist einer Mediator, eine Mediatorin allparteilich, also beiden Seiten zugewandt. Diese Haltung erfordert auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Werten. Wie bleibe ich allparteilich, wenn jemand in der Mediation eine Position vertritt, die so gar nicht meine eigene ist? Wo sind meine wunden Punkte? Das sind alles Fragen, die Selbstreflexion erfordern. Allparteilichkeit ist nichts, was sich in zwei Wochen erlernen lässt. Diese innere Haltung wächst nach und nach, mit jedem Stück Erfahrung.

Eine Mediationsausbildung ist ein Reifeprozess und erfordert Selbsterfahrung. Durch viel Übung und Rollenspiele lassen sich Methoden ausprobieren und einüben. Der Erfahrungsaustausch in der Gruppe ist enorm wichtig. So kann das Gelernte verarbeitet werden und sich festigen. Über einen Zeitraum von einem Jahr findet auch eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Thema Mediation statt. In den Phasen zwischen den Ausbildungsblöcken kann man Bücher zum Thema lesen und das Gelernte intensivieren und festigen.

Letztendlich ist aber auch nicht die theoretische Auseinandersetzung mit den Themen Mediation und Konflikten entscheidend, sondern die Praxis, das Üben. In regelmäßigen Übungstreffen können wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.

Und auch die eigenen Ideen und Vorstellungen von Mediation entwickeln sich langsam und nicht innerhalb von zwei Wochen: Wie möchte ich arbeiten? Was finde ich gut? Was finde ich schlecht? Was passt zu mir? Was passt nicht zu mir? Die Antworten auf diese Fragen entstehen und entwickeln sich nach und nach.

Die Gründe eine Mediationsausbildung zu machen, sind unterschiedlich. Meine waren folgende:

  • Zu lernen konstruktiv mit Konflikten umgehen zu können
  • Selbsterfahrung: Wissen über Konflikte erlangen
  • Sich Konflikten gewachsen fühlen, selbstbestimmter Umgang mit Konflikten
  • Menschen dabei zu unterstützen, konstruktiv mit Konflikten umgehen zu können

Alle, die ebenfalls Interesse an einer Mediationsausbildung haben, kann ich nur empfehlen, sich Zeit zu nehmen und diese lieber über ein Jahr verteilt zu machen. Ich habe meine Ausbildung bei Rita Wawrzinek gemacht und kann sie als Ausbilderin jedem weiterempfehlen.

Bildquelle: © Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Claudia Völker am Arbeitsplatz

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