Simple Tipps für einen guten Umgang mit den Nachbarn

Umgang mit streitsüchtigen Nachbarn: Simple Tipps für ein gutes Miteinander

Eine Familie mit zwei Kindern zieht in eine Doppelhaushälfte und möchte den neuen Nachbarn kennenlernen. Bevor sie sich richtig kennenlernen, ist der Nachbar schon genervt, weil es nun mit der Ruhe vorbei sei.

Eine junge Frau kauft sich ein Klavier und informiert ihren Nachbarn bereits vorab darüber und fragt, ob es für ihn in Ordnung sei. Er ist einverstanden. Aber kurz nachdem er sie das erste Mal Klavier spielen hört, klingelt er entrüstet und verbietet ihr das Spielen.

Wo Menschen zusammenleben, kommt es zu Streit und Konflikten. Gerade in der Nachbarschaft können Konflikte sehr unangenehm sein, weil man sich oft begegnet und permanent miteinander konfrontiert ist.

„Der Nachbar nervt, er ist unverschämt, hat keine Grenzen und dringt in meine Privatsphäre ein.“ All das sind typische Sätze, die in Nachbarschaftskonflikten fallen.

Was können Sie selbst tun für einen angenehmeren Umgang mit einem schwierigen Nachbarn?

Schaffen Sie sich selbst erst einmal Klarheit: worum geht es, was ist Ihnen wichtig, was muss sich verändern, was können Sie selbst tun, was erwarten sie von Ihrem Nachbarn?

„Sie sind einfach zu laut,“ „Und Sie lassen immer Ihren Müll im Treppenhaus stehen, das stinkt fürchterlich.“

Der Umgang mit Nachbarn ist oft von Streit geprägt. Mal sind sie zu laut, mal sind sie zu unordentlich und manchmal einfach nur nervig. Streitsüchtige Nachbarn haben an allem etwas auszusetzen und ihnen kann man einfach gar nichts Recht machen. Wie können Sie im Konfliktfall mit streitsüchtigen Nachbarn umgehen? Ich habe eine Schritt für Schritt Anleitung zusammengestellt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: 7 Wege, den Konflikt mit ihrem Nachbarn zu umgehen

1. Kümmern Sie sich zuerst einmal um sich selbst

Das mag sich auf den ersten Blick vielleicht komisch anhören, sich in einem Konflikt zuerst um sich selbst zu kümmern. Ist aber absolut empfehlenswert. Im Umgang mit schwierigen Nachbarn sollten Sie sich nicht blind von Ihren Emotionen leiten lassen. Es bringt Ihnen gar nichts, wenn Sie völlig wütend zu Ihrem Nachbarn gehen und sich gegenseitig anbrüllen. Lassen Sie Ihre eigenen Emotionen erst einmal abkühlen, bevor Sie das Gespräch suchen. Wenn die Wut verraucht ist, bekommen Sie einen klareren Blick auf das Geschehen.

2. Gefühle und Bedürfnisse sortieren

Nehmen Sie Ihre Gefühle wahr und entschlüsseln Sie die dahinterliegenden Bedürfnisse. Was steckt hinter Ihrer Wut? Was brauchen Sie für ein harmonisches Zusammenleben? Nehmen Sie auch die Perspektive Ihres Nachbarn ein: Was steckt hinter den Gefühlen Ihres Nachbarn? Welche Bedürfnisse und Wünsche stecken dahinter? Schreiben Sie all das auf. So bringen Sie zunächst einmal Klarheit in Ihren Nachbarschaftskonflikt.

3. Machen Sie sich Notizen für das Gespräch

Schreiben Sie sich alle Punkte auf, die Sie mit Ihrem Nachbarn besprechen möchten. Am besten nehmen Sie Ihre Notizen mit zum Gespräch.

4. Vereinbaren Sie einen Termin für ein ruhiges Gespräch

Für den Umgang mit bösen Nachbarn brauchen Sie Ruhe. Zwischen Tür und Angel miteinander zu reden, endet oft darin, dass Sie sich wieder anschreien und keinen Schritt weiterkommen. Sprechen Sie Ihren Nachbarn an und fragen Sie, wann er Zeit für ein ruhiges Gespräch hat.

5. Nutzen Sie die gewaltfreie Kommunikation

Orientieren Sie sich im Gespräch mit Ihrem streitsüchtigen Nachbarn an den Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation. Sprechen Sie über Ihre Beobachtungen:

Was hören Sie, was sehen Sie, was andere tun. Beschreiben Sie, ohne es zu bewerten. Sprechen Sie Ihre Gefühle aus: was fühlen Sie, wenn Sie diese Handlungen Ihres Nachbarn beobachten. Fühlen Sie sich verletzt, erschrocken, irritiert etc.? Teilen Sie Ihre Bedürfnisse mit und äußern Sie spezifische Bitten. Was kann er oder sie konkret tun, um Ihre Lebensqualität zu verbessern?

Beispiel: „Wenn ich Sie den Rasen mähen höre (Beobachtung), dann bin ich genervt (Gefühl), weil mir wichtig ist, konzentriert zu arbeiten (Bedürfnis). Können Sie mit dem Rasenmähen bitte noch eine halbe Stunde warten? (Bitte).“

6. Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen

Bleiben Sie konstruktiv im Gespräch. Wie könnte ein harmonisches Zusammenleben aussehen? Was brauchen Sie, was braucht Ihr Nachbar? Stellen Sie diese Fragen auch Ihrem Nachbarn: Wie kann das Miteinander funktionieren?

7. Letzter Ausweg: Eine Mediation könnte helfen

Auch bei einem Nachbarschaftsstreit ist eine Mediation eine geeignete Methode, damit die Nachbarn ihr Zusammenleben friedvoll gestalten können. Eine Mediation ist immer dann sinnvoll, wenn Konfliktparteien auch in Zukunft miteinander auskommen möchten, weil sie zusammenleben oder zusammenarbeiten. Gerade bei einem Nachbarschaftsstreit leidet oft die Lebensqualität, sodass es sinnvoll ist, den Konflikt näher zu betrachten und Lösungen für das weitere Zusammenleben zu entwickeln. 

Claudia Völker am Arbeitsplatz

Konflikte in der Familie, mit dem Partner oder Kollegen?

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