Eine Typologie: Der cholerische Chef

Wenn er wütend wird, schlägt er mit den flachen Händen auf den Tisch. Es knallt dann laut und der Tisch vibriert. Bleierne Stille breitet sich im Raum aus. Er lässt Dampf ab: beschuldigt, beleidigt, glaubt im Recht zu sein. Die Mitarbeiter bleiben stumm, sind im Schock erstarrt und lassen es einfach über sich ergehen.

Choleriker leben ihre Wut unkontrolliert aus, sie wähnen sich im Recht, haben es vielleicht auch nicht gelernt, anders in stressigen Situationen zu reagieren. Choleriker neigen zu starken Ausbrüchen und Aggressionen, sie können ihre Wut nicht wirklich kontrollieren. Für Außenstehende wirkt die Wut nicht nachvollziehbar, sie wirkt eher übertrieben, sogar beängstigend. Gerade für Mitarbeiter, die täglich mit einem cholerischen Chef zusammenarbeiten müssen, sind diese unvorhersehbaren Wutausbrüche nur schwer zu ertragen.

Angst vor der unkontrollierten Wut

Oft trauen sich Mitarbeiter gar nicht erst etwas zu sagen. Warum? Sie haben Angst, ihren Job zu verlieren. Dann gibt es wieder Momente, in denen der Chef doch ganz nett ist. Es wird gelacht, er verhält sich, wie der nette Kumpel, man scherzt miteinander. In solchen Momenten ist alles gar nicht mehr so schlimm, alle Wutausbrüche scheinen, wie vergessen. Oft resignieren Mitarbeiter auch. Sie sind frustriert, weil der cholerische Chef nun mal so ist, wie er ist, alles Gerede bringt keine Besserung, beim nächsten Mal rastet er wieder aus. Als Grund zu bleiben, wird auch die mangelnde Aussicht auf einen alternativen Job genannt.

Mediation: Aufeinander zugehen

Was können Mitarbeiter dennoch tun, um zumindest ansatzweise die Kontrolle über die Situation zu bewahren? Eine Konfrontation im Zorn bringt nicht viel. Besser ist es, deutlich zu machen, dass man in diesem Ton nicht miteinander reden könne. Gegebenenfalls den Raum verlassen und warten, bis die Emotionen sich gelegt haben. Sobald alle wieder einen kühlen Kopf haben, sollte man versuchen im ruhigen, sachlichen Ton, das Gespräch zu suchen. Wenn schon viel geredet wurde und keine Veränderung eintritt, kann es hilfreich sein, eine unabhängige dritte Person hinzuzuziehen. Eine Mediation schafft Klarheit, ermöglicht in einem geschützten Rahmen anzusprechen, was einen stört. Beide Seiten können verbindliche Vereinbarungen treffen, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Vorausgesetzt, die Bereitschaft für ein klärendes Gespräch besteht von beiden Seiten.

(Bildquelle: ©Uta Herbert  / pixelio.de)

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