Eine Typologie: Der cholerische Chef

Wenn er wütend wird, schlägt er mit den flachen Händen auf den Tisch. Es knallt dann laut und der Tisch vibriert. Bleierne Stille breitet sich im Raum aus. Er lässt Dampf ab: beschuldigt, beleidigt, glaubt im Recht zu sein. Die Mitarbeiter bleiben stumm, sind im Schock erstarrt und lassen es einfach über sich ergehen.

Wie ist die Verhaltensweise und was könnten mögliche Ursachen sein

Choleriker leben ihre Wut unkontrolliert aus, sie wähnen sich im Recht, haben es vielleicht auch nicht gelernt, anders in stressigen Situationen zu reagieren. Choleriker neigen zu starken Ausbrüchen und Aggressionen, sie können ihre Wut nicht wirklich kontrollieren. Für Außenstehende wirkt die Wut nicht nachvollziehbar, sie wirkt eher übertrieben, sogar beängstigend. Gerade für Mitarbeiter, die täglich mit einem cholerischen Chef zusammenarbeiten müssen, sind diese unvorhersehbaren Wutausbrüche nur schwer zu ertragen.

Definition für einen Choleriker:

  • Ein Choleriker rastet häufig aus
  • Er kann sich schwer kontrollieren
  • Er regt sich schnell und leicht auf, auch über Kleinigkeiten
  • Die Ausraster sind sehr laut, heftig und angsteinflößend
  • Sein Verhalten ist unkontrolliert, er verfügt über keine Impulskontrolle
  • Seine Worte und sein Verhalten sind unangemessen
  • Im Kern ist er unsicher und strebt nach Dominanz

Auslöser für den cholerischen Anfall:

  • Überforderung
  • Minderwertigkeitsgefühle, Unsicherheit, die durch den Anfall überdeckt werden sollen
  • Narzissmus

Was sind die Folgen für die Mitarbeiter?

Die Angst vor der unkontrollierten Wut des Cholerikers treibt die Mitarbeiter um. Oft trauen sich Mitarbeiter gar nicht erst etwas zu sagen. Warum? Sie haben Angst, ihren Job zu verlieren. Dann gibt es wieder Momente, in denen der Chef doch ganz nett ist. Es wird gelacht, er verhält sich, wie der nette Kumpel, man scherzt miteinander. In solchen Momenten ist alles gar nicht mehr so schlimm, alle Wutausbrüche scheinen, wie vergessen. Oft resignieren Mitarbeiter auch. Sie sind frustriert, weil der cholerische Chef nun mal so ist, wie er ist, alles Gerede bringt keine Besserung, beim nächsten Mal rastet er wieder aus. Als Grund zu bleiben, wird auch die mangelnde Aussicht auf einen alternativen Job genannt. Demotivation und Angst davor zur Arbeit zu gehen, sind die Folgen.

Wie soll man mit einem cholerischen Chef am besten umgehen? Gibt es bestimmte Verhaltensweisen oder Methoden mit so einer Art Mensch zu reden?

Was können Mitarbeiter dennoch tun, um zumindest ansatzweise die Kontrolle über die Situation zu bewahren? Eine Konfrontation im Zorn bringt nicht viel. Besser ist es, deutlich zu machen, dass man in diesem Ton nicht miteinander reden könne. Gegebenenfalls den Raum verlassen und warten, bis die Emotionen sich gelegt haben. Sobald alle wieder einen kühlen Kopf haben, sollte man versuchen im ruhigen, sachlichen Ton, das Gespräch zu suchen. Wenn schon viel geredet wurde und keine Veränderung eintritt, kann es hilfreich sein, eine unabhängige dritte Person hinzuzuziehen. Eine Mediation schafft Klarheit, ermöglicht in einem geschützten Rahmen anzusprechen, was einen stört. Beide Seiten können verbindliche Vereinbarungen treffen, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Vorausgesetzt, die Bereitschaft für ein klärendes Gespräch besteht von beiden Seiten.

Wie sollte man auf einen cholerischen Anfall am besten reagieren

  • Für sich selbst sorgen: falls er dazu neigt Gegenstände durch die Gegend zu werfen, sich in Sicherheit bringen
  • Sofern Sie sich selbst in der Lage fühlen: Empathie für den Choleriker

Cholerischer Chef: Wie können Mitarbeiter ihm und sich selbst helfen?

  • Einfühlung in die Situation
  • Verständnis aufbringen
  • Empathie
  • Sachlich bleiben
  • Keine Rechtfertigungen
  • Ruhe bewahren

Hilft dies alles nichts und wird die Situation unerträglich, ist es sinnvoll, sich nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen. Ist die Bereitschaft auf beiden Seiten vorhanden, kann auch eine Mediation sinnvoll sein, um für Klarheit zu sorgen und Umgangsformen zu etablieren, die beiden Seiten im Alltag helfen.

(Bildquelle: ©Uta Herbert  / pixelio.de)

Claudia Völker am Arbeitsplatz

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